Guernica – Gaza: Waffen

D.I.M.E. (Dense Inert Metal Explosive)

D.I.M.E. ist eine neu von den USA entwickelte Munition mit extrem hoher Zerstörungswirkung in einem fokussierten kleinen Umfeld. Um diese Eigenschaften zu erreichen, wird bei dieser Munition das krebserregende Schwermetal Wolfram. Die Munition ist vergleichsweise leichtgewichtig und daher kann mehr davon auf Fluggeräte geladen werden.

D.I.M.E. wurde der Öffentlichkeit erstmals im Sommer 2006 bekannt, als Israel diese Munition für Mordanschläge gegen Palästinenser im Gaza Streifen einsetzte, abgefeuert vor allem von UAVs (Unmanned Air Vehicles). Untersuchungen fanden ein Gemisch aus Wolfram-Kupfer-Aluminium, welches für D.I.M.E. charakteristisch ist.

Ärzte berichteten von ungewöhnlichen und schweren Verbrennungen und Verletzungen bei eingelieferten Toten und Verletzten. So waren bei zahlreichen Opfern Arme oder Beine abgetrennt, oder mußten später amputiert werden. Ein charakteristischer schwärzlicher Staub fanden sich auf der Haut und auch inneren Organen der Patienten. Winzige Metallpartikel drangen durch die Haut der Opfer und verbrannten tief darunterliegende Gewebeschichten. Metallpartikel wurden während Operationen entdeckt, die nicht einmal auf Röntgenbildern erkennbar gewesen waren. Patienten starben oft unerwartet nach einigen Tagen an nicht erkennbaren innere Verletzungen.

GBU-39

GBU-39 kommt aus dem sogenannten Small Diameter Bomb (SDB) Program der USA. Es geht darum, die Tötlichkeit von Angriffen zu erhöhen, sowohl von bemannten, als auch von unbemannten Fluggeräten. Die Bomben und die Munition sind klein, leicht, und relativ billig, haben aber eine extrem hohe Zerstörungswirkung.
Die GBU-39  ist eine Gleitbombe, die auf einer Vielzahl von Fluggeräten geladen werden kann.  In der Höhe und Geschwindigkeit des Fluggerätes von dem sie ausgeklinkt wird, fliegt die GBU-39 computergesteuert bis zu 100 km und trifft mit hoher Zielgenauigkeit. Der Körper der Bombe besteht vermutlich aus 10% Titan, 10% Wolfram, und 80% DU. Dadurch eignet sich die Bombe insbesondere zum Zerstören von Bunkern und anderen gehärteten Zielen. Die verwendeten Schwermetalle und das abgereicherte Uran verseuchen die beschossenen Gebiete langfristig, mit schweren Auswirkungen auf die Gesundheit der Bevölkerung. Die GBU-39 kann mit verschiedenen Sprengköpfen geladen werden, u.a. mit D.I.M.E. Munition.

Der US-Congress genehmigte im September 2008 den Verkauf von 1000 dieser Bomben an Israel, welches sie kurz darauf gegen Gaza einsetzte.

Weißer Phosphor

„Weißer Phosphor (WP) ist eine farblose bis gelbliche, wachsähnliche Masse von stechendem, knoblauchähnlichem Geruch. Wenn Weißer Phosphor mit Luft in Verbindung kommt, entzündet er sich und oxidiert rasch zu Phosphorpentoxid. Diese Reaktion produziert eine 1.300 Grad heiße Flamme unter starker Entwicklung von dichtem, weißem Rauch.“ Aufgrund dieser Eigenschaften wird WP sowohl als Rauch-, Leucht- und Brandmunition verwendet.

Im sog. 2. Weltkrieg wurde WP massiv eingesetzt, u.a. zur Bombardierung von London, Dresden, Hamburg und Cherbourg. Bei den Angriffen gegen die irakische Stadt Fallujah im November 2004 wurden Widerstandskämpfer mit Phosphorgranten aus ihren Stellungen getrieben. Israel setzte WP gegen Libanon 2006 ein, und erneut gegen Gaza im Winter 2008/2009.

WP und seine Dämpfe sind hochgiftig und verursachen bei Kontakt mit der Haut sehr schmerzhafte, tiefe Brandwunden, die bis auf den Knochen reichen können. Es zerstört das Gewebe dauerhaft, so dass betroffene Gliedmaßen verkrüppeln. Kinder müssen ständig neu operiert werden, da das Gewebe nicht mehr mitwachsen kann. Zum akuten Vergiftungsbild nach Einatmen von Phosphordämpfen gehören heftige Reizerscheinungen an den Schleimhäuten der Augen und der Atemwege. Im weiteren Verlauf kann sich ein toxisches Lugenödem mit Kreislaufkollaps entwickeln. Aufnahme von Phosphor führt zu schweren Leber- und Nierenschäden. Weißer Phosphor kann so noch Wochen und Monate nach dem Kontakt zum Tod führen. Aufgrund der hohen Giftigkeit des Phosphors besteht in Gebieten, in denen Phosphorbomben eingesetzt wurden, eine dauerhafte Gefährdung der Bevölkerung.

Flechettes

Tausende kleiner pfeilförmiger Projektile unterschiedlicher Art (sog. Flechettes) werden in eine 120-Millimeter-Granate gepackt, die von Panzern verschossen werden. Die Geschosse explodieren in der Luft und streuen die Pfeile mit Hochgeschwindigkeit über die Zielfläche (ca. 300 m lang, 90 m breit). Flechettes sind eine reine anti-Personen Munition.

Israel setzt diese Munition regelmässig ein, sowohl gegen Palästinenser seit 2001, als auch gegen Libanesen 2006. Die Verwundungen durch Flechettes sind oft besonders schwer, denn die Pfeile verbiegen sich beim Auftreffen auf den Körper und zerbrechen in mehrere Teile.