Die Verbrechen Europas und Wir

Wir sind vorgedrungen nah ans Gelichter ihrer kalten Paläste aus unserer ursprünglichen Welt, wir, kommend aus dem subversiven Dunkel der unzähmbaren Orte, der Wildnis unseres Herzens der Träume, der wir verbunden sind; viele sind wir.
Kämpfend, weil wir uns weigern, Mittäter zu sein an Ausbeutung, Zerstörung und Krieg, wo wir nur können.

Wir suchen, uns gerade zu halten und aufzudecken die laufenden Verbrechen, die Verbrechen Europas und der anderen Kolonisatoren, die das Überleben von uns Menschen und das der Erde bedrohen; sie gehen für Profitmaximierung über Leichen.

Wir vergessen nie die ungezählten Namen der Opfer unter den Unsrigen, ihr Blut klebt an den Händen der Profiteure: Flüchtlinge, Verhungerte, Ermordete, Ausgegrenzte, Opfer der Mörder.

Durch feindliches Gelände aufrecht gehen wir, schön, entschieden, unversöhnlich, für den antikolonialen Aufbruch.

Was wir wissen sollten: auf Grund der Erfahrungen aus dem Kämpfen der MigrantInnen und Flüchtlinge um ihre Rechte und aus den antikolonialen Kämpfen um Befreiung in den drei Kontinenten:

Die westliche imperiale(istische) und kapitalistisch durchstrukturierte Zivilisation und Kultur wirkt – nach aussen wie auch nach innen – zunehmend extrem zerstörerisch – trotz aller Befreiungskämpfe. Sie vernichtet ständig, gnadenlos auf der Suche nach Extraprofiten bis zur totalen Vernichtung der Lebensgrundlagen, und gefährdet sogar die Existenz des Lebens insgesamt. Das heisst: Angriff ganzer Bevölkerungen und Bevölkerungsanteile durch Hunger, Ausbeutung, Landraub, Vertreibung, Ausgrenzung und Krieg. Das durch ihre totalitäre demokratische Herrschaft und Wirtschaftsweise frontal gegen die drei Kontinente, aber zunehmend auch wieder offen und aggressiv gegen wachsende Bevölkerungsanteile hier. Der Widerstand gegen sie ist marginal hier, bis hin zu einer anwachsenden antiimperialistischen Front und sozialen Kämpfen in grossen Teilen des Trikonts. Die sich rücksichtlos weiter globalisierenden (Welt)-märkte stehen – bei partieller Zusammenarbeit bei ihren Mordgeschäften – miteinander in sich verschärfender Konkurrenz entlang ihrer nationalen Interessen in den jeweils unterschiedlichen Staaten und Zentren. Und sie verfolgten sie mit allen technischen und strategischen Mitteln auf der Basis von Gewalt und Raub. Das heisst: neokolonial, durch Lügen, falsche Verträge und Versprechungen, Erpressung, Drohungen und Drohkulissen. Bei Hindernissen, das heisst: bei Widerstand gegen ihre Zugriffe und Einmischungen schlussendlich durch Angriffskriege und Besatzungen (mit ihrem Propagandaetikett „humanitäre Friedensmission“, Regime-change. etc.).

Es geht ihnen um ungehinderten Resourcenraub, profitablere Ausbeutung, Vergrösserung der geostrategischen Einflusszonen.

Ihr Ziel: Unterwerfung, Ausblutung und Zerstörung / Annexion der angegriffenen Länder (z.B. Panama, Ex-Jugoslawien, Irak, Afghanistan, Lybien).

So wie schon seit Jahrhunderten nach europäischen Modell durch Dämonisierung, Rassismus, eurozentristischer Überheblichkeit, Genozid nach Aussen, aber auch mit extremen Rückwirkungen auf die Formierung der Kolonisierergesellschaften nach Innen). Ihre aggressive und rassistische Zivilisation und Kultur erichteten sie mit Blut und weltweiten Verwüstungen mit dem Zentrum hier und begannen sie zu exportieren. Hier akkumulierten sich ihre und unsere Priviligien aus den Profiten dieser Völkermorde und Resourcenraub. Zynischerweise sieht sich diese mörderische Zivilisation, die unsrige, priviligierte, heute quasi als Paradies von Konsum, Aufklärung, Demokratie, Menschenrechten, Sicherheit und Freiheit. Das heisst: als demokratisch autoritäres Vorbild, welches sich durch Lügen als Hort von Freiheit anpreist und verkauft. In Wahrheit exportiert dies System sich offensiv auf allen erdenklichen perfiden Ebenen durch Betrug, Sinnleere, Müll, Gewalt, notfalls dann durch Einsatz ihrer Truppen.

Das heisst: für die angegriffenen Völker und uns: ihren Angriffskriegen, Besatzungen, Plünderungen, Finanzspekulationen, Produktionsaneignungen, die sie den Völkern aufzuzwingen versuchen, respektvoll aufeinander bezogenen, globalen und lokalen Widerstand von unten entgegen zusetzen. Ihren Stellvertreterkriegen, ihrer Strategie des Teile und Herrsche und ihren wirtschaftlichen Erpressungen muss ein Ende bereitet werden.

In der Tat haben sich dagegen seit der Intensivierung der Kette ihrer Angriffe auch die weltweit dagegen aufflammenden Revolten von unten, Kämpfe gegen Besatzungen, Kämpfe gegen Landraub und soziale Entrechtung, also neue Befreiungsbewegungen entwickelt, mit einer antikapitalistischen und zugleich antiimperialistischen Stossrichtung, insbesondere in den südlichen Randstaaten der EU (gegen aufgezwungene Spardiktate) , in den arabisch-afrikanischen Ländern soziale Revolten und Kämpfe gegen westlich gestützte Marionettenregierungen, aber auch gegen Besatzungen, sowie der Flüchtlingswiderstand gegen Frontex. Im Nahen- und Mittleren Osten die Befreiungsbewegungen gegen imperiale Besatzung und Kriegsregime und kolonialen Landraub (in Palästina und etc.) Im Südlichen Amerika soziale und antiimperialistische Basisbewegungen der Völker für Würde und Gerechtigkeit (teilweise sogar als Staaten- und Regierungsprogramme).

Gegen diese Aufbrüche versuchen die Imperialisten ihre sog. Antiterror-Programme zu richten.

Die Privilegien Europas und der USA basieren seit Jahrhunderten bis heute auf rassistischer Durchdringung und kolonialen Raub in die drei Kontinenten. Ausbeutung, Sklaverei, Krieg, ihren hegemonialen Dominanzansprüchen, aus denen sie ihre Eingriffe, ihre Diktate und ihre Herrschaft ableiten.

Widerstand in der Metropole hier, heute noch immer marginal, wird nur stärker, wenn sich die vereinzelten unterschiedlichen Teilbereichskämpfe hier zusammen schliessen, und sich beziehen auf die weltweiten antiimperialistischen Kämpfe. Und das auf der Basis von Respekt. Also in der fundamentalen eignen Auseinandersetzung mit dem kolonialen Erbe, der Basis der Privilegien hier und mit der Armut und den Abhängigkeiten dort gestern und heute. Er bekommt Richtung und Schärfe erst mit einer neuen Bewegung hin zu verstärkter Entkolonialisierung öffentlichen Bewusstseins. Es gilt, eine Veränderung des Lebensstils und des Lebensweise hier und auch in den kolonisierten Ländern einzuleiten.

Dies als erste neue Schritt: selbstkritische Infragestellung unseres eignen ökonomischen und gesellschaftlichen Status, unseres normierten Denkens und Handelns als eurozentristisch Privilegierte. Nur so werden wir die allgemein und existenziell benötigten Lebensgrundlagen, für uns und alle und für die Erde insgesamt noch erhalten können.

Das bedeutet und erfordet: den Ausbeutern, Kriegstreibern, Rassisten, ihrem System, ihren Institutionen, ihren Strukturen und ihren Plänen hier auf allen denkbaren Ebenen, in Kontinuität und Geschlossenheit, sich entgegen zu stellen; neue Räume praktischer und sozialer Solidarität öffnen; in viele und mehr Herzen das Feuer, das die Normierung des Alltags der Unterdrückten aufbrechen kann.

Die Frage ist: wie unter den Bedingungen der verdrängten Würde, dem zerstörten Bewusstsein und der lange unterdrückten Wut zur Revolte breit eine Bahn gebrochen werden kann? Doch nur durch eine begründete Hoffnung und Aussicht auf reale Veränderung in besserem Sinn. Also Verbesserung der Lage der persönlichen aber notwendig auch der gesellschaftlichen Lage. Erst das öffnet allgemein eine Kraft und die Bereitschaft von mehreren Menschen, um ihre Selbstbestimmung und Befreiung zu kämpfen. Das wissen und erfahren alle, wir und verstärkt die unterdrückten, und sich befreienden Völker des Südens. Denen es reicht, belogen und betrogen zu werden.
Das Hirn der Bestie, es operiert und zerstört von hier aus. Weigern wir uns, Teil der Maschine zu sein, glauben wir niemals den Lügen dieser Mörder, die sie antreiben. Erkennen wir unsere Brüder und Schwestern und ermutigen sie, lassen wir uns von ihnen ermutigen, leben und kämpfen wir gemeinsam, respektvoll gegenüber uns selbst und ebenso untereinander. So stärken wir uns und lernen mehr, finden Mittel. Einigkeit in der Vielfalt und einen langen Atem werden wir brauchen.

Seid nicht Teil des Problems, sondern Teile seiner Lösung!