Entkolonisierung der Kolonisierer

Im Arbeitskreis Süd-Nord beschäftigen wir uns seit Jahren mit den Beziehungen zwischen ‚dem Norden‘ und den Völkern ‚des Südens‘. Konkret und schwerpunktmäßig organisierten wir Aktionen, Informations- und Kulturveranstaltungen in Solidarität mit Palästina, Irak, Jugoslawien, dem Sudan, Afghanistan, Libyen, aber immer auch mit den Kämpfen der Menschen gegen Imperialismus und Kolonialismus (z.B. Venezuela, Bolivien).

Der vorliegende Text ist aus Diskussionen innerhalb des Arbeitskreises Süd-Nord hervorgegangen. Dabei wurde ein Verständnis entwickelt, welches auf Übereinstimmung hin orientiert. Widersprüche, darunter z.B. die Frage der Einschätzung großer (hier Russland, China) oder auch regionaler Mächte (z.B. Japan) wurden weitgehend ausgeklammert. Weil die Übereinstimmungen die Differenzen überwiegen, sehen wir in der Formulierung von mehreren Textebenen eine Möglichkeit, die Diskussion transparent werden zu lassen. Der Arbeitskreis Süd-Nord ist also vielstimmig, wobei in der Frage der Priorität der Entkolonisierung Konsens besteht.

Unsere Beschäftigung und Aktivitäten gegen die Aggressionen ‚des Nordens‘, vor allem unseres eigenen Staates, brachten uns zu einer Reihe von Informations- und Diskussionsrunden zur Verbesserung unseres Verständnisses der Widersprüche unserer Zeit mit dem Obertitel ‚Entkolonisierung der Kolonisierergesellschaften‘. Schon der Titel wirft Fragen auf. Ist der Kolonialismus nicht Geschichte? Und inwieweit sind wir als normale Bürger in Deutschland Kolonisierer?

Kurze Zusammenfassung der Kolonisierung

Prozesse von Kolonisierung und Entkolonisierung verliefen immer gleichzeitig und als endlose Folge kolonialer Maßnahmen und anti-kolonialen Widerstandes, auch wenn wir in verschiedene Phasen und Ausprägungen der kolonialen Eroberung und Durchdringung der kolonisierten Gesellschaften einteilen können.

So verlief die Kolonisierung der ‚Amerikas‘ über mehrere Jahrhunderte und ist vor allem ein Siedler-Kolonialismus, der stark geprägt ist von der Einführung der industriellen Sklaverei. Die Eroberung Amerikas durch aufeinander folgende europäische Siedler stand in der Tradition der Kreuzzüge, welche sich nach der Zerschlagung von Al-Andalus (Iberische Halbinsel) auf Afrika und die ‚Amerikas‘ ausdehnten. Das Handelsdreieck Europa – Westafrika – Amerika wurde durch den Sklavenhandel erst profitabel. Waren wurden von Europa nach Afrika verkauft, Sklaven von Afrika in die Amerikas, und die Erzeugnisse von den Plantagen und vom Bergbau in den Amerikas auf dem Rückweg nach Europa. Die Gewinne aus diesem Handel ermöglichten erst die Finanzierung und Profitabilität der in England beginnenden Industrialisierung, die später ein bestimmendes Merkmal aller europäischen Großmächte wurde.

Der direkte koloniale Einfluss der Europäer in Afrika blieb hingegen lange Zeit auf küstennahe Handelsposten und Sammellager für Sklaven begrenzt. Zu mächtig war das arabisch-islamische Reich, an dem die Europäer nicht vorbei kamen. Aber der Sklavenhandel hat dennoch, durch die Auswirkungen des Handels, schon damals (vom 16ten Jahrhundert an) weitreichende Veränderungen in den Beziehungen von Afrikanern untereinander hervorgerufen. Aufgrund der verfügbaren Auflistungen von Handelsschiffen wurden insgesamt mindestens 11 Millionen Menschen entführt und verschifft. Dazu kommen noch die undokumentierten Menschen, so dass die tatsächlichen Zahlen deutlich höher zu schätzen sind. Millionen wurden ermordet oder starben noch bevor sie an Bord der Schiffe gebracht werden konnten, weitere Millionen während der Überfahrt oder kurz nach der Ankunft.

Mit dem Niedergang des Osmanischen Reiches, forciert durch eine Politik der Verschuldung seitens der europäischen Finanzkapitals (z.B. Bagdad Bahn Bau), eröffneten sich für die Europäer neue Expansionsmöglichkeiten. So wurden weite Teile Afrikas erst spät im 19ten Jahrhundert ‚richtig‘ kolonisiert, nachdem sich die europäischen Großmächte, einschließlich den USA und dem Osmanischen Reich, über die gemeinsame Aggression gegen Afrika und Regeln über die koloniale Aufteilung verständigt hatten (Berliner ‚Kongokonferenz‘ 1884/1885).

Der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches im Verlauf des ‚1. Weltkrieges‘ brachte die erhoffte Beute für die Siegermächte Großbritannien und Frankreich, beide ‚klassische‘ globale Kolonialreiche. Die Landkarte im ‚Nahen Osten‘ teilten sie in Hegemonialzonen und ‚Staatsgebiete‘ ein. Die Briten begannen mit den Vorbereitungen für einen europäischen Siedlerstaat in Palästina, der heute Israel genannt wird. Die globalen Kolonialreiche der Briten und Franzosen waren jedoch gegenüber den riesigen, zentral regierten und zunehmend wirtschaftlich integrierten Riesenreichen, den USA und Russland, im Nachteil.

Aus dem ‚2. Weltkrieg‘ gingen Großbritannien und Frankreich zwar als ‚Siegermächte‘ hervor, aber ihre Position war deutlich geschwächt. Die USA bekamen immer mehr Einfluss in der arabischen Region und betreiben seit 1979, als der Shah in Iran gestürzt wurde, eine permanente Kriegspolitik. Kaum war der Krieg zwischen dem Irak und dem Iran beendet, wurde der Irak von den USA im Januar 1991 angegriffen und die Infrastruktur und Einrichtungen des Landes wurden systematisch bombardiert. Nach 12 Jahren Sanktionen, Blockade und Embargo, die weiteren hunderttausenden Menschen Elend und Tod brachte, begleitet von ständigen Luftangriffen und dem Prozess der Abtrennung der nördlichen Provinzen, marschierten die USA schließlich 2003 in den Irak ein und installierten sich mit hunderttausenden Soldaten als Besatzungsmacht. Seitdem breitet sich der Krieg in der Region aus. Israel annektiert derweil ständig gewaltsam weitere Gebiete.

Die Kolonisierung Asiens verlief sehr vielfältig. Nachdem arabische Seefahrer den Portugiesen den Weg nach Indien gezeigt hatten, begannen diese mit der Einrichtung von Häfen, Handelsposten und militärischen Stützpunkten. Kleinere Ansammlungen europäischer Siedler gab es vielerorts, die den ‚legalen‘ Außenhandel kontrollierten, die Einheimischen zunehmend in Abhängigkeiten brachten und fortan unterjochten. Häufig verkauften europäische Regenten Geschäftsleuten Lizenzen für entlegene Kolonien, die nur dem Namen nach unter ihrer Kontrolle waren. So wurde beispielsweise Indien 1600 vom britischen Königshaus der British East India Company zugesprochen. Erst in Folge von Aufständen übernahm Großbritannien 1858 die direkte politische Kontrolle. Australien und Neuseeland sind hingegen europäische Siedler-Kolonien wie die USA und Kanada.

Die politische Form der Herrschaft war für die Kolonisierer nie maßgebend, sondern immer nur ein taktisches und organisatorisches Mittel. Fundamental sind koloniale Beziehungen immer ein Gewaltverhältnis, in welcher Form auch immer.

Generell sehen wir, dass Handel ein zentrales Mittel der Kolonisierung war. Diese Entwicklung wurde vorangetrieben durch das Bündnis von Herrscherhäusern und Investoren, wobei sich diese in ständiger Konkurrenz zueinander befanden. Letztlich ging es immer um das Aufzwingen der Regeln, Kategorien und Denkmuster der Kolonisierer.

Gewalt war es auch, welche das indische Textilgewerbe zerschlug. Webern brachen die Engländer die Finger. Webstühle wurden demontiert und nach England verschifft. So wurde Konkurrenz ausgeschaltet und ‚eigene‘ Kapazitäten ausgebaut. Zusammen mit der Baumwolle aus der Sklavenarbeit der Amerikas wurde so ein Prozess eingeleitet, der in der europäischen Geschichte unter den Begriff ‚Industrialisierung‘ fällt.

‚Entkolonisierung‘

Der Begriff ‚Entkolonisierung‘ wurde historisch geprägt und beschreibt die Zeitspanne, in der die ‚Kolonialstaaten‘, getrieben vom anti-kolonialen Widerstand und Aufständen, gezwungen waren, lokalen Gruppen die staatlichen Gewalten zu überlassen und sie als Regierungen zumindest nominell in die bestehende Staatenordnung zu integrieren. Ähnlich ist es mit dem Begriff ‚Unabhängigkeit‘, der faktisch nicht wirklich Unabhängigkeit bedeutet, sondern eher nationale Selbstregierung im Rahmen der kolonialen Weltordnung. Die finanziellen und wirtschaftlichen Abhängigkeiten konnten nur wenige Länder teilweise überwinden. Den Regeln der internationalen politischen Ordnung und ihrer Institutionen blieben und bleiben alle weitgehend unterworfen, ebenso den Regeln des internationalen Handels und der Finanzen.

Wir kommen so zu der Erkenntnis, dass der neuzeitliche Kolonialismus seine Anfänge in den Kreuzzügen gegen und der Eroberung der Iberischen Halbinsel (Al-Andalus) hat, ohne die Christoph Columbus seine Atlantikfahrt nicht hätte antreten können. Wie Ward Churchill, ein indigener Professor, Autor und Aktivist, sagte, begann die Globalisierung mit Christoph Columbus. Kolonialismus, Imperialismus und Globalisierung sind im Kern nur verschiedene Namen für dieselbe Sache.

Koloniale Beziehungen

Im Verlauf unsere Beschäftigung mit dem Thema der Süd-Nord Beziehungen stellten wir fest, dass Kolonialismus kein passender Begriff ist. Er ist zu abstrakt und vorgeprägt, dient mehr der Gedankenmanipulation, als besserem Verständnis. Statt von Kolonialismus sprechen wir daher von kolonialen Beziehungen, kolonialen Interessen und kolonialer Lebensweise. Koloniale Beziehungen drücken ein Verhältnis zur Erde und zum Leben allgemein aus, in dem die Kolonisierer sich selbst als Maßstab setzen und alles Leben als Objekte zur Vernutzung und Ausbeutung definieren.

So wurde Land durch ‚Besitztitel‘ zur Ware gemacht. Nicht die Bewohner des Landes, sondern die Besitzer bestimmen seither die Nutzung. Ganze Landschaften werden zerstört, um bestimmte ‚Bodenschätze‘ zur industriellen Weiterverarbeitung bereitzustellen, meist mit hohem Aufwand an Energie, und oft unter Verwendung besonders giftige Substanzen. ‚Sklaven‘ und ‚Nutztiere‘ wurden zu Waren degradiert, gleichzeitig andere Völker und ganze Arten als ‚wertlos‘ oder ’schädlich‘ definiert, systematisch dezimiert oder ausgerottet.

Es gibt zahllose Beispiele kolonialer Zerstörung und Vernichtung, die sich seit Jahrhunderten kaum geändert haben. Die zerstörerische Gewalt der Kolonisierer hat dabei immer weiter zugenommen.

Koloniale Beziehungen sind wechselseitig, wenn auch fundamental ungleich. Die Kolonisierer machen und halten nicht nur die Kolonisierten abhängig, sondern wurden und werden ihrerseits zunehmend abhängig von kolonialen Beziehungen.

Koloniale Beziehungen sind grundsätzlich entfremdete Beziehungen. Die Kolonisierer versuchen eine Subjekt-Objekt Beziehung zu etablieren. Die ‚Objekte‘ werden nur bedingt und begrenzt wahrgenommen, die Interaktion von Leben systematisch reduziert. Die verengten Perspektiven der Kolonisierer bestimmen die für sie wahrnehmbaren Realitäten. Diese Verarmung ist besonders stark im Spirituellen und auch dem gemeinschaftlichen Miteinander ausgeprägt.

Koloniale Beziehungen etablieren einen fundamentalen Widerspruch. Es gibt Kolonisierer und Kolonisierte, die grundsätzlich unterschiedliche Perspektiven und Interessen trennen. Das lässt sich nur durch anti-kolonialen Kampf ändern. Solange koloniale Beziehungen fortbestehen, kann es keinen gemeinsamen anti-kolonialen Kampf geben.

Die vordringliche Aufgabe der Bevölkerungen der Kolonisierergesellschaften ist der Kampf für die Entkolonisierung ihrer eigenen Gesellschaften.

Was sind Kolonisierergesellschaften?

Wir definieren Kolonisierergesellschaften als solche, deren Wohlstand und Privilegien von kolonialen Beziehungen abhängen. Das sind im Kern die globalen Europäer. Dazu gehören, neben den europäischen Großmächten, die USA, Kanada, Australien, Israel, wie auch eine Reihe anderer Länder mit hohem Anteil an europäischen Siedlern, die mehr oder weniger dominant und assimilatorisch gewirkt haben.

Nach konventionellen Begriffen wird Deutschland nicht mehr als Kolonialmacht verstanden, seitdem sich die Siegermächte nach dem ‚1. Weltkrieg‘ die kolonialen Besitzungen des Deutschen Reiches untereinander aufgeteilt hatten. Diese Vorstellung, dass nur Staaten mit kolonialen Besitzungen Kolonialmächte sind, unterschlägt jedoch, dass koloniale Expansion und Herrschaft meist über private Unternehmen und lokale Kollaborateure organisiert wurden und werden. Nur in den typischen Siedler-Kolonien wurden Regierung und Verwaltung dauerhaft als direkte europäische Herrschaft konzipiert und ausgeübt.

Deutschland beispielsweise hat kaum ‚Rohstoffe‘, ist aber eine führende Handelsmacht industrieller Produkte, die auf den Weltmärkten hohe Preise einbringen. Ohne koloniale Beziehungen können weder die Verfügbarkeit der benötigten Materialien (‚Rohstoffe‘), noch die Absatzmärkte für die Waren gesichert werden.

Ohne Zugang zu weit entfernt liegenden Ländern, den ‚Bodenschätzen‘ und Märkten, ohne Hegemonie und Kontrolle über die relativen Wechselkurse, Handelsregeln und Transportwege würde die deutsche Wirtschaft weitgehend zum Stillstand kommen und eine dramatische Entwertung des materiellen und finanziellen Wohlstandes sowie der Verlust zahlreicher Privilegien folgen. Durch den Niedergang der vorherrschenden Wirtschaftsweise werden sich jedoch Räume und Möglichkeiten für selbstbestimmte nicht-koloniale Lebensweisen öffnen.

Die Kolonisierergesellschaften sind abhängig von der Aufrechterhaltung kolonialer Beziehungen. Sie verbreiteten Zerstörung, Armut und Elend, um ihren Wohlstand zu mehren und ihre Privilegien zu erhalten. Das erklärt weitgehend die Weigerung dieser Gesellschaften, einen Weg zur Entkolonisierung zu suchen. Es geht dabei nicht so sehr um ‚Oben‘ und ‚Unten‘, sondern um die Ausplünderung der Erde und die Unterjochung zahlreicher Völker zur Aufrechterhaltung der herrschenden Ordnung. Das erklärt auch den verschwindenden Protest und oftmals sogar solide Zustimmung zu permanentem Krieg als notwendigem Mittel zur Aufrechterhaltung der Vorherrschaft.

Der „Krieg“ selbst ist für die Kolonisierer eine Daseinsweise, welche im Wechselspiel von Zerstörung und „Wiederaufbau“ große Profite einbringt. Wenn wir von „ Krieg“ sprechen, dann nur deshalb weil die ständige Politik der verbrannten Erde, der zerstörten Städte und allgemein des systematischen Massenmords noch keinen wirklich Begriff in der Sprache gefunden hat.

Um ihre Wahrheiten aufrechtzuerhalten, verlieren die Kolonisierer immer mehr den Bezug zu Wirklichkeiten, die in ihre engen Kategorien und Denkmuster nicht reinpassen, und konstruieren allerlei Gedankengebäude, die sich vom tatsächlichen Leben immer weiter entfernen.

In Wirklichkeit haben die Menschen in den Kolonisierergesellschaften die Zerschlagung fast aller ihrer eigenständigen kollektiven Zusammenhänge erlebt, bis hin zur (temporären) Kleinfamilie. Die Einzelnen leben als Partikel von Massengesellschaften, scheinbar hilflos gefangen in der kolonialen Lebensweise, in die sie hineingeboren wurden. Als Individuen sind sie vor allem abhängig und schwach. Selbstbestimmung bleibt reduziert auf kleine Bereiche und wird oft mit Konsumpräferenzen verwechselt. Ohne die multi- und transnationalen Konzerne, ihre Netzwerke und Anlagen, würde diese Lebensweise völlig zusammenbrechen.

Es bleibt festzustellen, dass die Kolonisierergesellschaften mit einer Entkolonisierung noch nicht ernstlich angefangen haben. Zu groß ist die Korrumpierung durch Wohlstand und Privilegien und zu groß ist die Angst der Menschen vor grundlegender Veränderung ihrer Ordnung und Lebensweise.

Welche Beziehungen sind kolonial?

Koloniale Beziehungen wurden seit Jahrhunderten von den Europäern überall ausgebreitet. Ihre Gedanken, kognitiven Muster, und auch ihre Sprachen sind aus der Perspektive der Kolonisierer entwickelt worden.

Auch die industrielle Massenproduktion und Distribution basieren auf kolonialen Beziehungen und sind untrennbar damit verbunden. Die industrielle Großtechnologie ist weitgehend koloniale Technologie. Sie wurde entwickelt um zu kolonisieren, und hat oft keinen Nutzen für eine nicht-koloniale Lebensweise.

Koloniale Produktion ist grundsätzlich destruktiv, nicht nur in offensichtlichen Beispielen wie bei dem Militärisch-Industriellen Komplex, oder der krank machenden Pharmaindustrie. Beispielsweise haben die Informations- und Kommunikationstechnologien die Kolonialisierung der Beziehungen entscheidend vorangetrieben.

Ist Verstädterung nicht ein Prozess des Kolonisierens der Erde? Riesige Ballungszentren monopolisieren die Nutzung der Erde weitgehend und lassen nur wenig Raum für nicht-menschliches Leben. Dort gibt es keine ‚Wildnis‘, die ja gar nicht ‚wild‘, sondern lediglich vielfältig und reich an Leben ist.

Massentourismus ist auch ein gutes Beispiel für koloniale Beziehungen. Touristen sind vor allem Konsumierer, um deren Gunst und Geld viele Destinationen konkurrieren. Touristen konsumieren Land und Leute und sind nur insoweit interessiert, wie es ihnen behagt. Sie kolonisieren Orte und Plätze, die sich ihren Interessen anpassen müssen, weil sie zunehmend abhängig vom Tourismus wurden.

Ist es nicht ein Kolonisieren, wenn eine Gruppe Menschen einer anderen ihre Lebens- und Denkweise aufzwingen will? Inwieweit kolonisieren Männer die Frauen, indem sie deren Körper zu Objekten ihrer sexuellen Phantasien machen? Und wie ist es mit europäischen Sex-Touristinnen in Afrika? Ist die agroindustrielle Massenproduktion von Tieren und Pflanzen kolonial? Ist industrielle Massenproduktion als solche ohne koloniale Beziehungen vorstellbar?

Damit entfernen wir uns von dem ‚alten‘ Begriff und Verständnis vom Kolonialismus. Aber wir sehen auch die Kontinuitäten über viele Jahrhunderte, eine zerstörerische Lebensweise, die von den Kolonisierern über die ganze Erde verbreitet wurde. Sie basiert auf dem Willen zur Gewalt, ohne die sich kolonialen Beziehungen weder durchsetzen, noch aufrechterhalten lassen. Gewalt, die vom Kolonisierer ausgeht und systematisch Leben zerstört.

Prinzipien einer nicht-kolonialen Lebensweise

Die Prinzipien einer nicht-kolonialen Lebensweise können wir von den zahlreichen Völkern lernen, die oft als ‚indigene‘ bezeichnet werden.

Es geht darum, die Erde und alles Leben im Geiste der Reziprozität zu sehen und mit Respekt zu behandeln. Die Erde ist die Grundlage allen Lebens, und die Menschen müssen sich um die Erde kümmern, so dass sie alles Leben erhalten kann.

Die Beschäftigung mit ‚indigenen‘ Weltanschauungen lehrt uns, dass das Land niemand besitzen kann, sondern vielfältiges Leben hervorbringt, wovon Menschen ein Teil sind. Menschliche Gemeinschaften gehören zum Land, aber das Land gehört ihnen nicht. Sie lehren uns auch, dass alle Dinge miteinander in Beziehung stehen. Wenn die Menschen giftige Stoffe produzieren und konsumieren, werden diese Gifte letztlich auch das Land und die Gewässer kontaminieren und damit allem Leben schaden.

Das Grundprinzip der kolonialen Wirtschaft sind Wachstum und ständige Expansion, das einer nicht-kolonialen Wirtschaft die Versorgung der Gemeinschaft mit den für sie notwendigen Dingen. Statt zu fragen, was sich alles verkaufen und konsumieren lässt, bleibt die Frage, was wir wirklich brauchen und wie sich das Notwendige organisieren lässt. Nur eine Gemeinschaft, die ihren grundlegenden Bedarf unabhängig von den Multi- und Transnationalen Konzernen (M/TNKs) und ihren Netzwerken organisiert, kann selbstbestimmt sein. Existenzielle oder auch essenzielle Abhängigkeiten von den M/TNKs werden unter der vorherrschenden Ordnung generell ausgenutzt und zwingen Gemeinschaften zur Anpassung und Unterwerfung.

Die Konzeption von Nahrungsmittelsouveränität bringt diese Gedanken auf den Punkt. Es geht darum, dass die menschlichen Gemeinschaften ihre Nahrung von dem Land und den Gewässern bekommen, wo sie leben. Die Lebensweise solcher Gemeinschaften hängt von der Erde ab, wie alles Leben. Aber sie können weitgehend unabhängig von externen Mächten und Akteuren sein, wenn auch nicht von externen Einflüssen durch Kommunikation zwischen verschiedenen Gemeinschaften.

Die Wasser sind letztlich alle miteinander verbunden, und damit alles Leben. Wasser darf nicht verschmutzt oder gar vergiftet werden. Auch dürfen wir nicht mehr Wasser verbrauchen, als notwendig und lokal verfügbar. Generell müssen wir wieder lernen, mit dem zu leben, was die Erde uns gibt. Zu jeder Gemeinschaft gehören immer Orte, Wege und Plätze. Das Land gehört nicht ihnen, aber als Teil des Lebens ernährt und versorgt es sie. Sie haben so etwas wie ein ‚Nutzungsrecht‘. Der Begriff ‚Nutzung‘ hat auch starke koloniale Bedeutungen, wie unsere Sprache und kognitiven Muster allgemein. Die Perspektive ist die von menschlichen Gemeinschaften als Teil der Kreisläufe des Lebens, die sie fördern mögen, um ihr Leben zu verbessern, aber wo sie alles Leben respektieren und alle Dinge für sich selbst wertschätzen als integrierte Teile des Ganzen, wie sich selbst auch.

Menschen sind Gemeinschaftswesen. Wir brauchen einander, um unser Leben zu organisieren und wir brauchen liebevolle menschliche Kommunikation und Interaktion. Eine Gemeinschaft kann Souveränität erkämpfen, aber nur unter der Voraussetzung, dass die Einzelnen Verantwortung für die Existenz und das Fortdauern der Gruppe übernehmen, von der sie ein Teil sind.

Es ist entscheidend, zu verstehen, dass Menschen relativ zueinander sind. Wenn eine Gruppe etwas behauptet, und eine andere etwas anderes, dann haben beide recht. Gerechtigkeit und Wahrheit such(t)en die meisten Menschen. Doch sie finden nicht das Gleiche. Statt für ‚Gleichheit‘ einzutreten, welche in eine totalitäre Sackgasse führt, sollten wir kooperatives Nebeneinander erlernen.

Die individualistisch und demokratisch definierte ‚Freiheit‘ ist ein enger Käfig, den die meisten Einzelnen jedoch nicht wirklich bemerken. Als Partikel von Massengesellschaft kennen sie nur Ohnmacht und Fremdbestimmung, welche als gegeben angenommen werden. Sie haben keine Vorstellung mehr, was selbstbestimmtes Leben bedeutet.

Die individualistisch ‚atomisierten‘ Massengesellschaften müssen durch zahlreiche Gruppen ersetzt werden, die sich selbst bestimmen und entwickeln lernen. Erst wenn wir begreifen und akzeptieren, dass wir unterschiedlich sind und verschiedene Wege gehen, und wenn das Prinzip der Nichteinmischung beachtet wird, kann das Gegeneinander-Untereinander beendet werden.

Die Fragen der Unterschiede von Menschen ist unter uns ungeklärt. Gemeinsam ist unsere Ablehnung von Spaltung als einem Instrument der Herrschenden. Auch sehen wir grundsätzliche Gemeinsamkeiten, die mehr in den Vordergrund gerückt werden sollten. Letztlich suchen wir die Einheit des Lebens zu verstehen und uns dahingehend zu verändern.

Bei der Frage menschlicher Gemeinschaften gehen unsere Vorstellungen allerdings auseinander. Einerseits erscheint die Notwendigkeit von Gemeinschaftsbildung vordringlich, um Selbstbestimmung realisieren zu können. Hierbei spielt die begrenzte Anzahl der Menschen eine entscheidende Rolle. Andererseits erscheint es problematisch, Gemeinschaften als getrennt und eingegrenzt zu sehen, denn damit werden Gemeinsamkeiten zwischen Menschen negiert und Unterschiede betont.

In Bezug auf das Verständnis von Gemeinschaft besteht noch Klärungsbedarf, wo fängt diese an, wo hört sie auf, wenn sie denn überhaupt aufhört und nicht gar über die Beschränkung Mensch hinausreicht in Richtung einer Einheit des Lebens.

Gemeinschaften sind vor allem vielfältig. Manche sind so, andere anders.

Schließlich ist ‚Menschheit‘ immer eine Abstraktion, denn konkret gibt es immer nur menschliche Gemeinschaften als Teil des Lebens auf der Erde. Menschen sind immer relativ zueinander und vielfältig begrenzt. Kein Mensch kann allgemein für alle Menschen sprechen, sondern immer nur für sich und gegebenenfalls als Delegierter einer Gruppe von Menschen.

Was können wir tun?

Die meisten Menschen heutzutage sind existenziell abhängig von den multi- und transnationalen Produktions- und Distributionsnetzwerken, sowohl was ihre Nahrung betrifft, als auch bezüglich der Versorgung mit zahlreichen anderen Bedarfsgütern. Und zudem bekommen viele Familien einen signifikanten Teil ihres Einkommens direkt oder indirekt von den multi- und transnationalen Konzernen.

Diese Abhängigkeiten und daraus resultierende Ängste bestärken den weit verbreiteten Glauben, dass die ‚Globalisierung‘ unumkehrbar sei und der technologische ‚Fortschritt‘ unaufhaltsam. Selten werden die multi- und transnationalen Netzwerke und Infrastrukturen, wie auch der Massenkonsum und die Marktorientierung von Produktion und Distribution, grundsätzlich in Frage gestellt.

Diese Einstellung ist umso bedauerlicher, da wir ja in einer Zeit hoher Instabilitäten und wachsender destruktiver Dynamik leben, die selbst mittelfristige Prognosen nahezu unmöglich machen. Kein Mensch kann die Zukunft vorhersagen, aber in der Menschheitsgeschichte ist bisher jede Herrschaft an Grenzen gestoßen und schließlich zerfallen. Und die auf kolonialen Beziehungen basierende Herrschaft dauert schon allzu lange. Die herrschende Weltordnung scheint anfällig, gerade weil sie globale Herrschaft erfordert, um die Dinge am Laufen zu halten.

Wachstum blockieren

Die vorherrschende Wirtschaftsweise ist abhängig von Wachstum. Ohne Wachstum sind viele Kredite nicht bedienbar und Investitionen werden zu Verlusten. In zahlreichen Wirtschaftszweigen sind die Märkte immer enger geworden. Die Überproduktion nimmt zu, und damit der Verdrängungsdruck. Und die Ersetzung von menschlicher Arbeit durch Maschinen geht ebenso weiter, wie die Verlagerung von Produktion zur Ausnutzung möglichst billigerer Arbeitskraft.

In ihrer Verzweiflung, irgendwie Wachstum zu erzeugen, lassen die Politiker ihre Notenbanken massenhaft Geld drucken, welches praktisch zinsfrei an Banken und Finanzinstitutionen gegeben wird. Dazu kommt noch, dass die vorher schon hoch inflationierten Zahlen nie ernsthaft korrigiert worden sind. Es scheint ein schlechter Witz, das heutige Geld, wie es als Wert auf den Finanzmärkten gehandelt wird, für bare Münze zu nehmen. Das Geld selbst ist instabil geworden. Aber letztlich bringt das nur Finanzkrisen.

Die Politiker wirken hilflos angesichts gravierender struktureller und organisatorischer Probleme und Widersprüche. In Ermangelung von Lösungsperspektiven setzen sie immerzu und immer mehr auf Gewalt, Überwachung und Verfolgung. Die eskalierende Gewalt ist ihre Antwort auf den Niedergang der herrschenden Ordnung, den wir schon seit Jahrzehnten beobachten können. Systematische Massenvernichtung und Zerstörung der Lebensgrundlagen auf der Erde sind die verzweifelten Versuche der Kolonisierer zur Verteidigung ihrer Besitzstände und Privilegien. Permanenter Krieg begleitet den Niedergang der kolonialen Weltordnung.

Wachstum können alle Überkonsumierer leicht durch Konsumvermeidung und bewusste Kaufentscheidungen beeinflussen. Lassen wir unser Geld solange wie möglich lokal zirkulieren und vermeiden damit den Abfluss auf die transnationalen Märkte. Oder wir teilen und tauschen jenseits von Geld.

Die Verringerung der multi- und transnationalen Produktion muss ein vorrangiges Ziel anti-kolonialer Bewegungen sein. Wachsen soll die Produktion von Gemeinschaften für sich selbst, sowie allgemein lokale Kleinstproduktionen von notwendigen Produktions- und Bedarfsgütern. Dadurch kann eine Basis geschaffen werden, von der aus gemeinschaftliche Selbstorganisierung und Selbstbestimmung ausgeweitet werden können.

Abhängigkeiten verringern

Es geht darum, Kompetenzen zu erlangen, die eigene Reproduktion möglichst unabhängig selbst zu organisieren. Individuen kommen dabei nicht weit. Es braucht menschliche Gemeinschaft, die bindend genug sein muss, um eigene Autoritäten und Regelungen zu entwickeln und durchzuhalten.

Wer eine andere Lebensweise will, muss die Abhängigkeiten von der dominanten Lebensweise verringern, vor allem in den Bereichen Nahrung und Wasser, und auch bei den Handwerken und der Lehre. Je unabhängiger eine Gruppe von Menschen von den multi- und transnationalen Netzwerken ist, desto mehr kann sie über ihre Lebensweise selbst bestimmen. Ein nach heutigen Maßstäben bescheidenes Stück Land, und Zugang zu sauberem Wasser, können als Basis von Nahrungsmittelsouveränität für eine Gemeinschaft reichen. Bauformen können oft mit ortsnah verfügbaren Mitteln nach traditionellen Vorbildern entwickelt werden. Auch Stoffe und Kleidung lassen sich beispielsweise aus Hanf und Wolle machen. In diese Richtung scheint vieles möglich.

Wir können unsere Gesellschaft nur insoweit ändern, wie wir unser Leben selbst ändern. Durch unsere Entscheidungen, wie sie sich in unserem Handeln und deren Auswirkungen zeigen, bestimmen wir uns und unsere Beziehungen. Alle Dinge sind letztlich miteinander verbunden und auch kleine Schritte ändern das Ganze.

Nebeneinander-Miteinander

Die Vorstellungen über einfaches Leben und kleine Gemeinschaften kommen bei uns meist aus der Kategorie ‚vorindustriell‘ und ‚rückständig‘. Da denken wir an Einengung und Verzicht. Und doch sollte uns allen klar sein, dass die Vergangenheit nicht mehr ist und auch nicht mehr sein kann.

Aus einer individualistisch atomisierten Massengesellschaft funktionierende souveräne Gemeinschaften zu entwickeln, ist eine Aufgabe, die vor allem Bereitschaft zur Offenheit und Zusammenarbeit erfordert. Keine der bestehenden oder entstehenden Gruppen von Menschen wird alleine viel ändern können.

Es müssen Lösungen für die zahlreichen Probleme gefunden werden, und das ohne viel Geld und mit den lokal verfügbaren Stoffen und Mitteln. Da wird viel ausprobiert und getüftelt werden müssen. Voneinander zu lernen und Wissen zu teilen sind entscheidend, denn nur so kann die notwendige Geschwindigkeit an Entwicklungen erreicht werden, um aus Einzelprojekten eine eigene Dynamik zu generieren, welche weitere Schritte in Richtung Unabhängigkeit und Selbstbestimmung erlaubt.

Auf der Basis eines Übereinkommens über die Nichteinmischung in die Angelegenheiten der Anderen können wir ein Nebeneinander organisieren. Doch die Methoden der Staatsmacht und Medien, die Menschen in ein Gegeneinander zu manövrieren, sind allzu bekannt effektiv. Das fällt uns bei den jeweils ‚Anderen‘ auf, bleibt uns aber bei uns selbst meist verborgen.

Zum Nebeneinander-Miteinander braucht es daher vielleicht einen gemeinsamen ‚Feind‘. Das sind nicht unsere Nachbarn oder Mitmenschen, oder gar entfernte Andere, die beschuldigt werden, sondern vor allem die multi- und transnationalen Konzerne, die unser Leben bestimmen. Dieser ‚Feind‘ wird durch eine Vielzahl unterschiedlicher Bewegungen für Unabhängigkeit und Selbstbestimmung geschwächt. Es braucht keine einheitliche Bewegung, aber das Gegeneinander-Untereinander müssen wir beenden.

Nur zur Bestätigung, weil dies so wichtig ist. Ein arabischer Kollege in einem Buchbeitrag schrieb kürzlich „es gibt nicht einen Weg zur Befreiung“.

Entgegengesetzt und unvereinbar

Es stehen zwei fundamental entgegengesetzte Sichtweisen gegenüber. Auf der einen Seite steht die Perspektive der Erde als lebendigem Sein, mit den Menschen als Teil des Ganzen, dass ihnen Leben ermöglicht. Die Menschen müssen sich als Teil des Lebens mit allem anderen Leben die Erde teilen und sich um die Erde und alles Leben kümmern. Wenn sie das tun, wird die Erde ihnen Leben geben. Auf der anderen Seite steht die Perspektive der Erde als Ressource, mit der die Menschen sich ihr Leben nach Gutdünken gestalten. Die Erde wird vernutzt und verbraucht um damit von Menschen und Maschinen kontrollierte Prozesse ihrer (Re)produktion einzurichten und aufrechtzuerhalten. Konsum ist hier zentraler Fokus und damit die Notwendigkeiten den Gelderwerbs.

Und dennoch ist der Glaube an Fortschritt, vor allem des technologischen Wandels, aber oft auch geistig und gesellschaftlich verstanden, scheinbar unerschütterlich. Da spukt der Geist eines Endes der Geschichte herum, wo es keine Umbrüche und Zerfall mehr gibt. Gegen Glaube kann mensch nicht sachlich argumentieren.

Stellen wir für einen Moment die faktische Seite unserer Existenz ins Zentrum. Wir können nur durch unser Handeln etwas verändern. Was immer wir denken sind nur Gedanken. Erst durch Kommunikation und Handlungen werden Gedanken zu mehr als nur leeren Worten. Wir können die ‚große Politik‘ nicht beeinflussen, und sollten daher versuchen, uns davon zu lösen und unabhängiger zu machen.

Müssen wir ja auch nicht, aber wir sollten sie nicht größer machen als sie ist. Und jeder noch so kleine Schritt ändert auch die große Politik, die es ja auch nur in der Abstraktion und Einbildung gibt.

Wenn wir nicht einmal bei uns, mit all unseren Privilegien, die Dinge zumindest in unserem Alltag und Wohnort ernsthaft beeinflussen oder gar bestimmen zu können, dann brauchen wir darüber hinaus keine Erwartungen zu hegen. Dennoch müssen wir nicht ohnmächtig der herrschenden Lebensweise unterworfen sein, sondern können den Kampf um Selbstbestimmung beharrlich und geduldig angehen, ohne uns zu überfordern, jedeR nach seinen/ihren Kräften und Möglichkeiten. Auf dem Weg werden wir Vertrauen zu uns und unseren Fähigkeiten gewinnen, uns und unser Leben zu verändern. Unsere Beziehungen zum Leben werden sich verändern und wir werden stärker für uns selbst. Dabei sollte der Blick auf die Gesamtheit des Leben niemals verloren gehen.