Konsequent gegen Einmischung in die Angelegenheiten anderer Staaten

Solidarität mit dem afghanischen Widerstand gegen die ausländischen Truppen und ihre Helfer scheint selbstverständlich, denn ‚wir‘, also die NATO-Staaten, haben das Land überfallen, halten es besetzt, und suchen es zu kolonisieren. Ebenso klar ist die Sache in Libyen, welches von der NATO überfallen, und dessen Regierung von der militärischen Übermacht der kolonialen Aggressoren gestürzt wurde. Wir protestieren gegen jegliche Anerkennung der kolonialen Stellvertreterregierungen in Irak, Afghanistan, Libyen, Somalia, Sierra Leone, der Elfenbeinküste, und anderswo, die nur durch die Gewalt ausländischer Truppen an die Macht gekommen sind.

Und natürlich fordern wir die sofortige bedingungslose Rücknahme aller Sanktionen gegen Iran und Syrien, und sprechen gegen jede Einmischung in die inneren Angelegenheiten Syriens und anderer Länder des ‚Südens‘. Wir fordern den sofortigen bedingungslosen Rückzug aller deutschen Truppen aus dem Ausland und der deutschen Marine aus internationalen Gewässern, und ebenso den vollständigen Rückzug aller europäischen Truppen aus Afrika, den arabischen und asiatischen Ländern, sowie aus dem Gebiet des früheren Jugoslawien.

Wir lehnen jegliches Konzept einer ‚Responsibility to Protect‘ (‚Schutzverantwortung‘) der ‚internationalen Gemeinschaft‘ grundsätzlich ab. Wir fordern die sofortige Freilassung aller Gefangenen des ‚Internationalen Strafgerichtshofs‘ (International Court of Criminals) und die Rücknahme aller bisherigen ‚Urteile‘ dieser Institution des Unrechts. Ebenso fordern wir die sofortige Beendigung des ‚Special Tribunal for Libanon‘ (Hariri Tribunal).

Wir sind solidarisch mit allen, die von Europa und der NATO angegriffen wurden und werden, und sich dagegen wehren. Wir sprechen uns gegen jede Einmischung in die Angelegenheiten afrikanischer, asiatischer und südamerikanischer Staaten und Regionen aus. Die Selbstbestimmung der Völker ist unteilbar und in fundamentalem Widerspruch zu den Prozessen von Multi-, Supra- und Transnationalisierung.

Von der Notwendigkeit zur Entkolonisierung der Kolonisierergesellschaften

Die europäischen Gesellschaften und ihre Lebensweise basieren auf der Kolonisierung der Erde und alles Lebenden. Unser Denken ist ebenso kolonial, wie unsere Technologien und Beziehungen. Seit Jahrhunderten plündern und morden die Europäer mit Gewalt und gnadenloser Grausamkeit. Es ist unbestreibar, das unsere Lebensweise zu eskalierender Zerstörung und Massenvernichtung geführt hat. Alles Lebende wird verdinglicht und auf Verwertbarkeit hin kalkuliert und ausgerichtet. Die Kolonisierergesellschaften und ihre Lebensweise sind seit langer Zeit schon das zentrale Problem. In Verteidigung unserer Vorherrschaft und Privilegien behindern wir jegliche Lösungsansätze durch ständige Einmischung in die Angelegenheiten anderer Länder und die gewaltsame Durchsetzung unserer Interessen im Rahmen einer Globalen Totalitären Ordnung (GTO).

Als EuropäerInnen ist es unsere vordringlichste Aufgabe, unsere eigenen Gesellschaften fundamental zu verändern. Die dringlichsten Probleme liegen nirgendwo anders als bei uns selbst. Die Völker des Südens brauchen unsere ‚Hilfe‘ nicht, oder nur insoweit, dass wir uns zurückziehen und sie endlich in Ruhe lassen.

Schein und Sein

Der Schein und das Sein sind durch Propaganda so weit vermischt worden, dass Menschen in den Demokratisch Totalitären Gesellschaften zunehmend nicht mehr in der Lage sind, zu unterscheiden. Die Flucht ins Virtuelle und Absurde ist eine krankhafte Form der Anpassung der atomisierten Einzelnen. Offen sichtbares, durch einfaches Denken leicht zu durchschauendes, darf nicht sein. Also müssen wirre Gedankengänge und abstruse Erklärungen eine Realität schaffen, die das große Leugnen ermöglicht, welches wiederum jeden ernsthaften Versuch zur Lösung der eskalierenden Probleme von Verknappung, Massenvernichtung, Ungerechtigkeit und Krieg unmöglich macht.

Die Demokratisch Totalitären Gesellschaften sind diesen Weg so weit gegangen, das eine Form kollektiver Schizophrenie entstanden ist. Die Menschen werden unfähig, verschiedene Realitäten als solche zu erkennen und zu kommunizieren. Damit wird es möglich, Unvereinbares ernsthaft zu behaupten und die Verantwortung den Opfern unserer Gewalt und Aggressionen zuzuschieben, während wir selbst unsere Privilegien genießen und keineswegs aufgeben wollen und uns dabei auch noch für rechtschaffen und sozial und moralisch überlegen zu halten. Immer neue Geschichten werden ersponnen, natürlich wissenschaftlich belegt und philosophisch-moralisch begründet, um Diskurse um Nichts zu führen, die lediglich dazu dienen, unsere fortgesetzten Verbrechen zu legitimieren.

Die Sorge der ‚internationalen Gemeinschaft‘ um die ‚Menschenrechte‘

Natürlich gibt es gar keine ‚internationale Gemeinschaft‘. Das ist lediglich ein Begriff für unkontrollierte Macht, die nicht zur Rechenschaft gezogen werden kann und nicht konkret benannt werden will. Der Versuch zum Aufbau einer Globalen Totalitären Ordnung verbirgt sich hinter dieser Phrase, um konkrete Fragen von Ermächtigung und Legitimierung zu umgehen und Fakten zu schaffen.

‚Menschenrechte‘ sind vor allem ein ideologisches Konstrukt. Praktisch wird nicht einmal das grundlegende ‚Menschenrecht‘ auf Leben beachtet. Im Gegenteil, die Massenvernichtung von Menschen durch Hunger, Seuchen und Kriege wurde in den letzten Jahrzehnten systematisch eskaliert. ‚Menschenrechte‘ sind zur Propaganda für Krieg geworden, die von der großen Mehrheit der Menschen in den Demokratisch Totalitären Gesellschaften bereitwillig akzeptiert wird. Diese Zustimmung hat nichts mit einer ernsthaften Sorge um Menschenrechte zu tun, sondern geht um die Verteidigung von Privilegien und Vorherrschaft durch die Anwendung massiver Gewalt zur Unterwerfung der angegriffenen Völker.