Permanenter Krieg, Zerstörung und Massenvernichtung

Am Ende des ‚Kalten Krieges‘ war viel die Rede von einer neuen Ära des Friedens, und Erwartungen einer ‚Friedensdividende‘ aus der Abrüstung der polaren Militärblöcke waren geweckt. Das sollte sich jedoch schnell als Illusion erweisen, denn die globalen Europäer unter Führung der USA hatten ganz andere Pläne.

Bereits im Dezember 1989 hatten die USA Panama überfallen, tausende Menschen ermordet, Staatschef Noriega verhaftet, und eine ihnen genehme Regierung eingesetzt. Es gab wenige kritische Stimmen, und nichts wurde gegen die Angreifer getan.

Im Oktober 1990 griffen Truppen aus Uganda das Nachbarland Rwanda an. Es begann ein Stellvertreterkrieg zwischen USA/Großbritannien auf der einen, und den Frankreich/Belgien auf der anderen Seite. Der Überfall wurde in ethnischen Begriffen und als Bürgerkrieg dargestellt. Bald nach der Eroberung der Macht in Rwanda 1994 marschierten rwandische und ugandische Truppen gegen die DRKongo. Deren Aggression gegen DRKongo eskalierte in den folgenden Jahren und die Zahl der Opfer wird in Millionen geschätzt. Die Kriegstreiber regieren weiter in Uganda und Rwanda. Die DRKongo hat hingegen jede Unabhängigkeit verloren und ist nur noch ein Spielball kolonialer Machtprojektionen und Profitgelüste.

Der weitgehend unblutige Einmarsch irakischer Truppen nach Kuwait im August 1990 hingegen brachte eine massive Propagandawelle für den großen Krieg zur ‚Befreiung‘ Kuwaits. Nicht das Kuwait jemals ‚frei‘ von Fremdherrschaft der jeweiligen Weltmächte gewesen ist, erst Großbritannien, dann die USA. Innerhalb weniger Tage verkündete Präsident Bush den Aufmarsch hunderttausender US-Truppen. Die Aggression gegen den Irak im Winter 1991 wurde als ‚gerechter Krieg‘ propagiert, als Krieg für den Weltfrieden und Beginn einer ‚Neuen Weltordnung‘. Es war tatsächlich der öffentliche Beginn einer neuen Phase globalen Krieges, der seitdem permanent auf hohem Streitkräfteniveau und mit hoher Gewaltintensität geführt wird.

Es war von Anfang an klar, das der Krieg gegen Irak kein ‚Krieg‘ im konventionellen Sinne sein würde, denn der ‚Gegner‘ hatte keine Möglichkeit zur Verteidigung. Was sollte ein Staat wie Irak gegen die militärischen Kapazitäten der USA, organisiert und vorbereitet für den großen Krieg mit den Russen um die Kontrolle der dortigen Ölreserven, machen? Offen wurde die Zerstörung des Irak angekündigt. Die USA und ihre Koalition flogen innerhalb von 42 Tagen 110000 Angriffe gegen den Irak und warfen oder schossen Bomben mit einer Sprengkraft von 88500 Tonnen TNT auf das Land. Ohne Möglichkeit zur Gegenwehr oder Verteidigung blieb den Menschen nur die Suche nach Schutz. Doch die Angriffe auf den Al-Amiriya Schutzbunker nahmen auch diesen Glauben an Schutz den Menschen noch weg, denn nur einzelne überlebten das Massaker.

Schon im folgenden Jahr 1992 wurde Somalia angegriffen und von 30000 US-Marines besetzt, was als ‚humanitärer Einsatz‘ propagiert wurde. Obwohl die US-Truppen bald wieder abziehen mußten, geht der Krieg gegen Somalia seitdem mehr oder weniger verdeckt bis heute weiter. Das Land soll nicht zum Frieden finden, weswegen Somalia immer wieder von außen militärisch angegriffen, und somalische Gebiete besetzt werden. Die EU hat gerade wieder eine Eskalation ihrer militärischen Aggression gegen Somalia beschlossen.

Die USA intervenierten militärisch mehrfach auf Haiti. Erst hatten die USA den Coup gegen Präsident Aristide 1991 unterstützt, Aristide dann mit Hilfe ihrer Truppen 1994 wieder zum Präsidenten gemacht, und 2004 den erneuten Coup unterstützt und Aristide in die Zentralafrikanische Republik verschleppt. Haiti ist seitdem unter Besatzung und massiven Kolonisierungsbestrebungen ausgesetzt.

Währenddessen hatten vor allem die USA und BRD schon die Zerschlagung Jugoslawiens vorbereiten und organisieren geholfen, was zum ersten massiven NATO Kriegseinsatz 1995 führte, und einige Jahre später zum ersten offiziellen Kriegseinsatz Deutschlands nach der Niederlage im sog. 2. Weltkrieg im Frühjahr 1999. Nach wie vor sind tausende Bundeswehrsoldaten in Bosnien und Kosovo als Besatzungstruppen eingesetzt.

Israel setzte die Besatzung und Annektierung Palästinas weiter fort und eskalierte immer wieder mit Angriffen gegen die Palästinenser (2002, 2008), Libanon (1993, 1996, 2006) und Syrien (2003, 2007). Israel erfüllt damit die ihnen zugewiesene Rolle als permanenter Kriegstreiber in der Region.

Der ‚Krieg gegen den Terror‘, oder welche Namen auch immer gebraucht wurden, wurde nach dem 11. September 2001 offiziell ausgerufen. Das bedeutet eine globale Ausweitung des Schlachtfeldes, kombiniert mit einem Generalverdacht gegen Muslime. Willkürliche staatliche Gewalt wurde seitdem massiv ausgeweitet. Entführungen, Folter, kollektive Bestrafung und Mordanschläge sind zur Normalität geworden.

Bald darauf, im Oktober 2001, folgte der Überfall gegen Afghanistan und die anschließende militärische Besetzung des Landes, welche bis heute fortdauert. Deutschland übernahm erstmals eine führende Rolle in der kolonialen Aggression. Nach wie vor sind mehr als hunderttausend Besatzungstruppen in Afghanistan. Im Zusammenhang mit der Besetzung Afghanistans zog die pakistanische Armee wiederholt gegen die eigene Bevölkerung in den Krieg. Bombenangriffe und mehr oder weniger verdeckte Operationen der USA gegen Pakistan gehören mittlerweile zum Alltag.

Der Krieg wurde dann weiter eskaliert mit der Invasion und Besetzung des Irak 2003. Nach der kombinierten Anwendung von Blockade, Embargo und Sanktionen gegen den Irak, der massiven Bombardierung des Landes im Dezember 1998 und danach bis zur Invasion, kam nun der Besatzungsterror. Das Massensterben im Irak wurde weiter beschleunigt. Insgesamt wurden mehrere Millionen Menschen wurden zu Opfern der Aggression seit 1991.

Derweil organisierte die EU fleißig die Aufstellung neuer Kampftruppen, der sog. Battlegroups, und bewies mit der Aggression gegen Libyen auch ihren Willen zur Anwendung militärischer Gewalt zur Durchsetzung ihrer Interessen. Die NATO hat Libyen über Monate bombardiert, dabei zehntausende Menschen getötet, und die Infrastruktur des Landes weitgehend zerstört. Statt einer schnellen Niederschlagung des Aufstandes droht jetzt ein langer Bürgerkrieg und NATO Besatzungstruppen. Die Rekolonisierung geht wie üblich einher mit der Verarmung der libyschen Bevölkerung.

Gewaltsame Unterwerfung unter eine Globale Totalitäre Ordnung

Diese Auflistung ist unvollständig und soll nur einen Eindruck vermitteln, daß es sich bei den vielen ‚Kriegen‘ tatsächlich um einen permanenten Krieg handelt, der von den Demokratisch Totalitären Gesellschaften (USA, EU, Japan, Kanada, Australien, Israel) zur Aufrechterhaltung ihrer Vorherrschaft geführt wird.

Es geht um die gewaltsame Unterwerfung ganzer Völker zum Zwecke der Durchsetzung einer Globalen Totalitären Ordnung. Es geht auch um die systematisch organisierte Massenvernichtung von Menschen durch das Zusammenspiel von Krieg, Seuchen und Hunger. Die überkonsumierenden Kolonisierergesellschaften wollen ihre Lebensweise nicht ernsthaft ändern und sehen daher die Sicherung ihres Zugriffs auf die sog. Ressourcen als unerlässlich. Daher werden Menschen zur Überbevölkerung, und damit zum Problem erklärt..