Gegen Interventionismus

Die reaktionen zu den aufständen in Libyen, aber vorher auch schon in Ägypten und anderen arabischen staaten, haben sehr deutlich gemacht, wie weit verbreitet interventionistische ideologie in unseren gesellschaften schon verbreitet ist. Das ist eine sehr schlimme entwicklung, denn ein solcher konsenz der Demokratisch Totalitären Gesellschaften (USA, EU, Japan, Kanada, Australien, Israel) kann nur krieg und horror bedeuten.

Da wird von vielen seiten gehetzt und eingreifen gefordert. Eine regierung dürfe nicht auf ihre bürger schießen. Dabei hat Deutschland den einsatz der Bundeswehr gegen die eigene bevölkerung sogar im Grundgesetz legitimiert. Wir wissen genau, das unsere regierung nicht lange zögern wird, mit eskalierender gewalt jeden aufstand in Deutschland niederzuschlagen.

Statt die gewalt einzudämmen und zu verringern, für die unsere gesellschaften verantwortlich sind, wird von vielen ein stärkeres globales eintreten für ‚Demokratie‘ und ‚Menschenrechte‘ gefordert. Dabei sollte die sache eigentlich ganz klar sein: uns gehen die inneren angelegenheiten anderer länder nur insofern etwas an, wie wir ursächlich für die probleme dort sind.

Die gefährlichste gruppe von interventionisten sind die sozialen und humanitären globalisierer. Sie argumentieren offen für die erweiterung und durchsetzung globaler rechte und standards. Die selbstbestimmung und wahrung der integrität von staaten oder nationen gilt für sie nichts. Weltweit soll in wesentlichen punkten vereinheitlicht werden, mit gewalt wenn nötig. Das ganze kommt in werbetechnisch-propagandistisch nett verpackten worten, die uns jedoch nicht täuschen sollten.

Von menschen definierte universelle menschenrechte gibt es nicht, und kann es auch nur als totalitären alptraum geben. Denn wer bestimmt, welche rechte und wie sie definiert werden? Die grundlage jeder menschenrechtskonzeption ist das recht auf leben, welches jedoch keinerlei gültigkeit hat. Im gegenteil wurde die systematische massenvernichtung von menschen durch hunger, seuchen und kriege seit den 1970ern enorm ausgeweitet. Neo-Malthusianische theorien von überbevölkerung und bevökerungspolitik liefern dafür die rationalisierung. Die menschenrechtsideologie ist vor allem ein versuch zur verschleierung der gegensätzlichen praxis.

Eine ordnung, die ohne gewaltige armeen und polizeieinheiten nicht aufrechterhalten werden kann, ist eine gewalttätige ordnung. Eine wirtschaft, die geld zum kriterium von leben und tod macht, ist eine massenmörderische wirtschaft. Eine lebensweise, die zerstörung und tod in vorher unbekanntem ausmaß erzeugt, ist eine lebensfeindliche lebensweise.

Für einen aufstand gegen unsere ordnung und lebensweise

Statt sich mit den aufständen in den arabischen gebieten zu beschäftigen und eingreifen zu fordern, sollten wir den impuls aufnehmen und den umsturz der ordnung bei uns planen. Statt die gewalttätige verteidigung der staatsmacht in anderen ländern zu verurteilen, sollten wir besser unsere eigene staatsmacht herausfordern.

Die vorstellung, unsere gesellschaft revolutionär umzugestalten, deckt schnell unsere völlige ohnmacht auf. Weder können wir hoffen, genügend gemeinsamkeiten mit den uns umgebenden menschen zu finden, um ernsthafte gegenmacht zu entwickeln, noch sehen wir wege, um uns von den existenziellen abhängigkeiten zu befreien, in denen wir gefangen sind.

Die damalige britische Premierministerin Margret Thatcher hat es mal auf den punkt gebracht: ‚There is no alternative‘ (Es gibt keine alternative). Darauf wurde mit ‚Another world is possible‘ (Eine andere welt ist möglich) geantwortet, was vor allem zeigt, wie weit wir davon entfernt sind, die dinge tatsächlich zu ändern. Denn natürlich verändern wir die welt ständig, und sowohl die geschwindigkeit, als auch die reichweite der veränderungen sind extrem geworden.

Was sich jedoch nicht ändert ist die destruktivität der lebensweise und die extreme gewalttätigkeit der europäischen gesellschaften. Die wenigsten von uns wollen eine grundlegende änderung unserer lebensweise, denn als mitglieder der priviligierten gesellschaften droht uns der verlust daraus resultierender kollektiver und persönlicher privilegien. Zu diesen privilegien gehört auch das besserwisserisch missionarische auftreten gegenüber der opfern unserer gewalt, denen wir moralisch und kulturell überlegen zu sein meinen.

Es macht keinen sinn, auf die offensichtlichen widersprüche und verlogenheit dieser haltung hinzuweisen. Es geht schon lägst nicht mehr um argumente, sondern darum, die konfrontation anzunehmen und die machtpositionen der Demokratisch Totalitären Gesellschaften anzugreifen.

Gegen Globalisierung

Ward Churchill erklärt uns, daß globalisierung symbolisch mit Christopher Kolumbus vor mehr als 500 jahren begann. Es geht um die phase, wo die Europäer anfingen, in die welt auszuziehen und sich fremde länder anzueignen und reichtümer zu erbeuten. Immer wieder begleitet von inner-europäischen kriegen, sind wir seitdem in einem kontinuierlichen prozess, der heute als globalisierung bezeichnet wird.

Kolonialismus, imperialismus, globalisierung sind verschiedene begriffe und ideologische konstrukte, beschreiben aber dieselbe geschichtliche bewegung der gewaltsamen ausbreitung und ausweitung der herrschaft von Europäern und europäischem. So machte der sklavenhandel und die ausbeutung der ’neuen‘ welten dieindustrialisierung erst möglich. Industrielle massenproduktion ist fundamental kolonial und ist unvereinbar mit selbstbestimmung und respekt vor leben.

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