Geschichtsrevision

Zum 75sten jahrestag der ereignisse, welche als beginn des 2.Weltkrieges erinnert werden, wollen wir hier zum überdenken einladen.

Nationalsozialismus und Faschismus sind geschichte

Der Nationalsozialismus ist vorbei. Das war damals. Die verhältnisse und bedingungen sind heute einfach andere. Die multi und transnationalen konzerne haben schon lange keine nationale perspektive mehr. Und politisch ist einerseits die multinationale integration in der Europäischen Union angesagt, andererseits die weiterentwicklung der globalen weltordnung (wir nennen es die Globale Totalitäre Ordnung – GTO) unter vorherrschaft der Europäer (u.a. die USA, Kanada, EU, Japan, Australien, Israel – wir nennen sie die Demokratisch Totalitären Staaten – DTS).

Sofern mit Faschismus die konkreten politischen systeme in Italien, Spanien, Deutschland und Japan nach dem 1. Weltkrieg gemeint sind, ist Faschismus heute keine ernsthafte option mehr. Zur legitimierung von herrschaft, zum politischen management diverser interessen, und zur ständigen anpassung an veränderte bedingungen und prioritäten, funktioniert Demokratie einfach deutlich besser. Für die stabile kontrolle und entwicklung der heutigen massenkonsumgesellschaften ist Demokratie derzeit konkurrenzlos.

Antisemitismus ist weitgehend irrelevant

Antisemitismus im sinne eines allgemeinen judenhasses ist in Deutschland nach wie vor verbreitet. Seit jahrhunderten wurden Juden in Europa immer wieder verfolgt. Die dazugehörige dämonisierung hat die gedanken der menschen über viele generationen geprägt. Wir können nicht erwarten, dass einige jahrzehnte politisch korrekter rede und schulischer indoktrination mehr bewirken, als anti-jüdische vorurteile und emotionen einzusperren.

Ohne politische unterstützung und massive propaganda zur medialen aktivierung der dämonisierung von Juden bleibt Antisemitismus jedoch weitgehend irrelevant. In Deutschland leben nur noch ca. 100000 jüdische bürger. Sie sind eine sehr kleine minderheit, die eine politische sonderstellung in Deutschland einnimmt. Sie werden vom deutschen staat besonders geschützt und gefördert.

Juden in Deutschland sind nicht verantwortlich für die verbrechen Israels

Israel tritt als jüdischer staat auf, der die interessen aller Juden vertritt. Alle Juden können auch problemlos die israelische staatsbürgerschaft bekommen. Natürlich kann Israel nicht für alle Juden sprechen, aber die widersprechenden jüdischen stimmen werden doch auch systematisch an den rand gedrängt.

Jüdische organisationen in Deutschland waren lange von Zionisten kontrolliert, und haben sich beizeiten wie eine zivile vertretung Israels verhalten. Da hat sich erst in letzter zeit etwas geändert. Antizionistische Juden sind kaum bekannt. Und deutsche bürger, die einfach nur jüdischen glaubens sind und sich nicht mit Israel identifizieren, werden aufgrund deren geringer zahl im öffentlichen leben kaum wahrgenommen.

Zu zeiten wie jetzt, wenn Israel wieder mal die aggression gegen die Palästinenser eskaliert, nehmen antisemitische drohungen und angriffe in Deutschland zu. Dabei geht es nur wenig um den seit jahrhunderten bestehenden judenhass, sondern um eine reaktion auf die politik Israels. Juden in Deutschland werden als stellvertretend für Israel gesehen. Repression und gedankenverfolgung motivieren nicht zum inhaltlichen differenzieren, sondern werden wahrscheinlich sogar verstärkend wirken.

Klammern an der vergangenheit: versuch einer erklärung

Spätestens für die generation der enkel der kriegsgeneration ist die faschistische herrschaft in Deutschland zum teil der deutschen geschichte geworden, mit der sie praktisch nur sehr wenig zu tun haben. Wieso kleben in Deutschland also so viele noch an der vergangenheit? Fast 70 jahre nach der niederlage im 2. Weltkrieg 1945 läßt sich sicherlich sagen, dass es nicht wirklich um Faschismus und Antisemitismus geht, die heutzutage nur noch von sehr marginaler bedeutung sind. Vielleicht geht es hier um ganz andere dinge, die mit einem großen schweigen belegt und in gedankenkäfige eingesperrt sind.

Die deutsche geschichte, wie sie in der schule gelehrt wird, ist stark vom diktat der siegermächte im 2. Weltkrieg bestimmt. Sie konstruiert den 2. Weltkrieg als gerechten krieg der ‚guten‘ (demokraten) gegen die ‚bösen‘ (faschisten). Die sieger und besatzer gelten als befreier. Schon sehr früh wird den kindern von Hitler erzählt, lange bevor sie in der lage sind, komplexe politische zusammenhänge auch nur ansatzweise zu verstehen. Hier geht es um eine staatliche indokrination, die nichts zum verständnis beiträgt, sondern nur zur konditionierung bestimmter denkmuster und emotionaler abläufe.

Der offizielle diskurs konstruiert die ’neuen‘ Deutschen als willige und fleißige schüler der USA als demokratischem oberlehrer. Wir sind ‚gut‘, solange wir auf der seite der ‚guten‘ stehen, d.h. der NATO/EU. Und gleichzeitig sehen wir uns als die potentiell schlimmsten ‚bösen‘. Es gilt, ständig wachsam zu sein, denn wir können uns selbst nicht wirklich trauen.

Identitätsfragen

Wer sind ‚wir‘? Was bedeutet es ‚deutsch‘ zu sein? Wie identifizieren wir uns als ‚Deutsche‘ und mit ‚Deutschland‘? Diese fragen sind bei uns mit zahlreichen tabus und dogmen belegt. Schon rein sprachlich liegt ein minenfeld vor uns.

Deutsche und jüdische einmaligkeit

Wir nehmen als tätervolk einen sonderstatus ein, die Juden als opfer. Beides ist ein mythos.

Während der krieg gegen die verschiedenen ‚untermenschen‘ (völker der ’südens‘) permanent geführt wurde und wird, führte die konkurrenz der jeweiligen großmächte ihrer zeit immer wieder zu direkten kriegen untereinander. Wir Deutschen sind teil der seit jahrhunderten andauernden weltweiten aggression der Europäer.

Rassistische herrenmenschenideologie ist fundamental im europäischen denken, welches maßgeblich von deutschen denkern beeinflusst wurde. So ist systematische massenvernichtung, und auch die ausrottung ganzer völker, seit jahrhunderten normale europäische praxis.

Natürlich ist jede massenvernichtung einmalig und irgendwo unvergleichlich. Aber weder sind die Juden die einzige über lange zeit diskriminierte und verfolgte bevölkerungsgruppe, noch ist das ausmaß des massenmordes an Juden unvergleichbar. Die methoden der vernichtung variieren, und die Deutschen waren dabei sicherlich auch innovativ. Aber was bedeuten die methoden angesichts der ergebnisse?

Ist der völkermord eines kleineren volkes weniger grausam und verwerflich? Vergleichen wir anhand von prozentzahlen von vernichteten in relation zur gesamten zielbevölkerung? Nehmen wir die anzahl der vernichteten in einem bestimmten zeitabschnitt? Und wie sollen die zahlen von vernichteten überhaupt verglichen werden, da doch eine statistisch belastbare datenbasis fehlt?

Wieso ist die systematische vernichtung der Herero durch deutsche truppen und siedler weder entschädigung noch gedenktage wert? Wieso wurde die systematische massenvernichtung von menschen in Irak seit 1991 so bereitwillig ignoriert? Wieso glauben so viele die propaganda von der überbevölkerung, welche zur legitimierung der ausweitung von massenvernichtung seit anfang der 1970er jahre durch hunger, seuchen und krieg benutzt wird? Sind die vielen millionen opfer unter den nicht-Weißen vielleicht doch eher akzeptabel?

Versuch einer geschichtsrevision

Die großmächte in ‚Europa‘ sind allesamt durch militärische eroberungen groß geworden. Deutschland kam etwas verspätet als ein weiterer deutscher ’nationalstaat‘ hinzu. Durch den sieg im krieg gegen Österreich und deren verbündeten im Deutschen Bund (Hannover, Kurhessen, Nassau , Frankfurt am Main, Schleswig und Holstein) hatte Preußen die voraussetzungen geschaffen, um mit der gründung des Deutschen Reiches seine ansprüche als eine europäische führungsmacht anzumelden. Das Deutsche Reich wurde nach dem siegreichen feldzug Preußens gegen Frankreich 1871 im französischen Versailles ausgerufen. Es war ein mehr oder weniger erzwungenes bündnis deutscher herrscher unter vorherrschaft Preußens. Die entwicklung der industrie und politische großmachtbestrebungen Preußens waren die entscheidenden gründe zur schaffung des Deutschen Reiches. Eine deutsche nationale identität im sinne eines nationalstaates gab es zu der zeit noch nicht. Es gab zahlreiche deutsche völker, aber kein deutsches volk.

Wir Deutschen haben traditionell einen nationenbegriff, der durch die herkunft bestimmt ist. Kinder von Deutschen sind Deutsche. Kinder von Türken sind Türken, auch wenn sie die deutsche staatszugehörigkeit haben. Aufgrund der patrilinearität sind kinder von eltern verschiedener nationalität dann deutsch, wenn der vater deutsch ist. Die zugehörigkeiten zu staat und nation sind nicht identisch. Deutsche leben in vielen staaten und sind die mehrheit in einigen. Und deutsche staatsbürger gehören zu verschiedenen nationen.

Zwischenkriegszeit

Das zweite Deutschland war das resultat des verlorenen 1. Weltkrieges. Die deutschen kolonialgebiete wurden unter den anderen kolonialmächten aufgeteilt. Vom Deutschen Reich wurden große gebiete Polen zugesprochen. Durch den ‚Polnischen Korridor‘ zur Ostsee wurde Ostpreußen vom Deutschen Reich abgetrennt, Danzig wurde zur ‚Freien Stadt‘ erklärt und unter kolonialstatus gestellt.

Aus sicht der siegreichen Engländer und Franzosen sollte Deutschland einerseits schwach gehalten werden, um keine bedrohung zu sein, und andererseits sollte Deutschland ausreichend stark sein, um als gegengewicht zur UdSSR zu fungieren.

England, Frankreich, Deutschland und die UdSSR konnten sich in dieser zeit nicht auf ein gemeinsames pan-europäisches herrschaftsprojekt einigen. Auch ohne England ging es nicht. Die verschiedenen interessen der großmächte verhinderten jegliche möglichkeit einer einigung.

Die USA und UdSSR hatten riesige staatsgebiete mit integrierten märkten, gesicherter rohstoffbasis und ausreichend land zur versorgung ihrer bevölkerung mit nahrungsmitteln. Beide hatten ihr potential noch bei weitem nicht ausgeschöpft. Vor allem die UdSSR holte mit riesigen schritten auf. Das britische empire und das französische kolonialreich boten auch eine basis für unabhängigkeit. Der weltmarkt ermöglichte Deutschland zwar die ausreichende versorgung der bevölkerung mit nahrungsmitteln und der industrie mit rohstoffen. Das galt aber nur solange die exporte entsprechende einnahmen brachten, um die importe zu bezahlen. Vor allem die abhängigkeit von nahrungsmittelimporten, verschärft durch massive landflucht und starkes bevölkerungswachstum, machte Deutschand potentiell angreifbar. Die konzeption einer sog. großraumwirtschaft unter deutscher vorherrschaft lag da nahe.

Tatsächlich waren diese befürchtungen weitgehend unbegründet. Zwar reagierten zahlreiche staaten auf die weltwirtschaftskrise mit protektionistischen maßnahmen, aber die deutsche exportwirtschaft hatte keinen akuten mangel an märkten. Die kreditfinanzierung der deutschen wirtschaft nach 1924 mit hilfe US-amerikanischer investoren schuf hingegen abhängigkeiten, die weitreichende auswirkungen hatten, als diese kredite gestoppt und ausländisches kapital abgezogen wurde. Die deutsche regierung reagierte mit einer sparpolitik, welche die wirtschaftliche situation nur noch verschärfte.

Der nationalsozialistische slogan vom ‚lebensraum im osten‘ bezeichnete ein zu kolonisierendes gebiet. Die dort lebenden nicht-deutschen völker wurden in eine hierarchie von untermenschen eingeordnet, wie bei kolonialen aggressionen und expanionen üblich. Dabei war klar, daß jede kolonisierung erst einmal investitionen erfordert, bevor zu einem späteren zeitpunkt ein positives saldo erzielt werden konnte. Die zeit der kolonialreiche war absehbar. Das war kein zukunftsmodell für Deutschland.

Natürlich konnte die deutsche industrie sicheren zugang zu rohstoffen, billige nahrungsmittel und arbeitskräfte, und natürlich auch absatzmärkte brauchen. Aber das ware kein bedingung für weitere expansion, denn die stärken der deutschen industrie lagen schon damals in der qualität der produkte und der produktivität der arbeit, nicht in niedrigen preisen.

Die deutschen expansionspläne wurden von England und Frankreich, die selbst die größten kolonialreiche waren, durchaus mit verständnis zur kenntnis genommen. Der anschluß Österreichs und die annektion der Tschechoslowakei wurden von ihnen daher auch grundsätzlich akzeptiert.

Der weg in den großen krieg

Dem deutsche einmarsch nach Polen am 1. September 1939 wurde schließlich zum auslöser des krieges. Am 3. September 1939 erklärten England und Frankreich Deutschland offiziell den krieg. Für die Deutschen war das wenig verständlich. Gerade die wiederaneignung der verlorenen ostgebiete, vor allem der status von Danzig und der Polnische Korridor, waren zentrale anliegen der Deutschen seit dem ‚Vertrag von Versailles‘, der eigentlich kein ‚vertrag‘, sondern das diktat der sieger war.

Die nachkriegsordnung war spätestens seit dem einmarsch deutscher truppen in das entmilitarisierte Rheinland im März 1936 hinfällig geworden. Darum ging es also nicht. Vielleicht hatte das übereinkommen vom 23. August 1939 zwischen Deutschland und der UdSSR über einen nichtangriffspakt die anderen westeuropäischen großmächte verunsichert. Jedenfalls unterschrieben zwei tage danach England und Polen einen militärischen unterstützungspakt.

Deutschland war trotz aller aufrüstung seit ende der 1920er nicht gut vorbereitet auf einen großen krieg, schon gar nicht auf einen lang andauernden krieg an mehreren fronten. Auch im bündnis mit Italien sah die lage nicht viel besser aus. Ein krieg gegen England und Frankreich machte für Deutschland einfach keinen sinn.

Bereits 1938 waren die USA und die UdSSR die größten industriemächte der welt. So wuchs die wirtschaft der UdSSR im vorkriegsjahrzehnt um ein vielfaches schneller als die deutsche, hatte allerdings in vielen bereichen noch aufzuholen. Von dieser perspektive hätte ein krieg gegen die UdSSR vielleicht sinn machen können. Der nichtangriffspakt mit der UdSSR legt allerdings nahe, dass Deutschland statt dessen an einer geordneten, schrittweisen expansion in Ost- und Südost-Europa interessiert war.

Der deutsche einmarsch in Polen war keine kriegserklärung an England, Frankreich, oder die UdSSR. England unterschrieb den militärischen unterstützungspakt mit Polen nicht, um krieg gegen Deutschland führen zu wollen. Die UdSSR unterschrieb den nichtangriffspakt mit Deutschland nicht, um Deutschland zum einmarsch nach Polen zu animieren, und beteiligte sich auch nicht an der aufteilung Polens, sondern hielt sich aus der sache raus, wie von den Polen immer gefordert worden war. Frankreich hatte nicht die kraft für entscheidende außenpolitische initiativen.

Alle großmächte hatten in den sog. vorkriegsjahren kriege geführt, ob in Afrika, Süd und Mittelamerika, oder in Asien. Alle hatten sich seit jahren hochgerüstet und auf krieg vorbereitet. Alle haben den krieg zu verantworten.

Wenn wir all diese kriege als einzelfälle behanden, die nicht nur episoden eines permanenten krieges sind, dann können wir den beginn des ‚2. Weltkrieges‘ in den ereignissen im frühjahr 1940 finden. Im winter 1939/1940 schien der große krieg unvermeidlich geworden. Von kriegsbegeisterung, wie noch zu beginn des ‚1. Weltkrieges‘, konnte keine rede sein.

Die vorteile der deutschen Wehrmacht lagen vor allem in der strategischen, taktischen und organisatorischen umsetzung der neuen möglichkeiten aufgrund militärisch-technologischer entwicklungen. Statt abzuwarten, und auf angriffe der Alliierten zu warten, entschloß sich die deutsche führung zum angriff.

Kriegsverlauf

Sowohl die Deutschen als auch die Briten griffen im April 1940 Norwegen an, um es unter ihre jeweilige kontrolle zu bringen. Dänemark wurde parallel von deutschen truppen besetzt. Kurz darauf griffen die Deutschen im Mai 1940 die neutralen staaten Holland, Luxemburg und Belgien an, und zogen von dort weiter gegen Frankreich. Die Deutschen hatten mit ihrer strategie die französisch-britische verteidigung auseinandergenommen und marschierten schon am 14. Juni in Paris ein. Norwegen hatte nur wenige tage vorher kapituliert und war damit unter deutsche vorherrschaft gefallen.

Italien hatte am 10. Juni 1940, also am tag der kapitulation Norwegens, und wenige tage vor dem deutschen einmarsch in Paris, England und Frankreich den krieg erklärt. Italien erwies sich jedoch als schwacher verbündeter.

An eine deutsche invasion Englands war nicht ernsthaft zu denken. Die deutsche flotte wurde zwar schnellstmöglich ausgebaut, war aber der britischen deutlich unterlegen. Mit U-booten sollte zumindest eine ständige bedrohung für die flotten und handelsschiffe der Alliierten erreicht werden. Die deutsche luftwaffe begann mit bombenangriffen gegen England im Juli 1940. Doch schon ende Oktober war klar, dass die Deutschen den britischen luftraum nicht erobern und kontrollieren konnten. Die Briten waren ihrerseits nicht in der lage Deutschland ernsthaft zu bedrohen.

Die italienischen truppen hatten in Libyen im verlauf des jahres 1940 schwere verluste hinnehmen müssen und baten Deutschland um unterstützung. Im Februar 1941 landeten daraufhin die ersten deutschen truppen in Tripolis. Sie begannen ihren vormarsch ende März, gerieten aber schon bald in einen stellungskrieg. Durch massiven einsatz der luftwaffe konnten die deutsch-italienischen truppen zwar vorübergehend die initiative zurückgewinnen, wurden jedoch zunehmend von einer übermacht britischer und amerikanischer truppen in die defensive gedrängt. Die deutschen truppen in Afrika kapitulierten schließlich im Mai 1943.

Daraufhin wurde im verlauf des sommers 1943 Sizilien von alliierten truppen besetzt. Nach dem putsch gegen Mussolini im Juli 1943 folgte die kapitulation der militärischen führung Italiens im September 1943. Deutsche truppen konnten den vormarsch der alliierten truppen zwar immer wieder aufhalten, waren aber fortan in der defensive.

Anfang April 1941 griffen die Deutschen Jugoslawien und Griechenland an, unterstützt von italienischen und ungarischen truppen. Innerhalb weniger tage war der widerstand zusammengebrochen und Jugoslawien wurde geteilt. Kroatien wurde als unabhängiger staat konstruiert und unter herrschaft kroatischer faschisten gestellt. Weitere teile Jugoslawiens wurden Albanien (unter italienischer besatzung), Ungarn und Bulgarien zugesprochen. Speziell richtete sich die deutsche politik gegen die Serben. Die kämpfe in Griechenland zogen sich noch bis ende Mai hin, als die letzten alliierten truppen von Kreta evakuiert wurden.

Die deutschen angriffe in Südosteuropa machten wirtschaftlich keinen sinn, denn Deutschland dominierte ohnehin den außenhandel der länder. Sie waren vor allem von strategischen erwägungen geleitet. Den Alliierten sollten keine stützpunkte auf dem europäischen festland bleiben.

Mit unterstützung von hilfstruppen aus Rumänien, Ungarn, Kroatien und Finnland griffen die Deutschen im Juni 1941 auf breiter front die Sowjetunion an. Die Sowjetunion konnte jedoch den vormarsch der deutschen truppen stoppen und schon im winter 1941/42 mit der gegenoffensive beginnen.

Die Deutschen versuchten die niederlage mit allen mitteln zu verhindern. Erst im April/Mai 1945 kapitulierten die letzten deutschen truppen. Deutschland wurde besetzt und schließlich geteilt. Das dritte Deutschland war das resultat der niederlage im 2. Weltkrieg.

Der krieg und die besatzung im westen und norden Europas unterscheiden sich grundlegend von denen im osten und südosten. Gegen die slawischen völker wurden methoden kolonialer kriegsführung und besatzung angewendet. Die west- und nordeuropäer wurden hingegen nicht als untermenschen gesehen und behandelt.

Nachkriegsordnung

Die USA und die UdSSR waren schon seit einiger zeit die aufstrebenden mächte mit riesigen staatsgebieten, integrierten märkten, und reichlich arbeitskräften und rohstoffen. Sie übernahmen nun die vorherrschaft und errichteten eine polare weltordnung, welche sehr stark ideologisch geprägt war. England wurde zum pudel der USA. Frankreich versuchte noch längere zeit erfolglos ihre unabhängigkeit von den USA zu verteidigen. Japan und Deutschland wurden zu junior-partnern der USA.

Uns wird gesagt, Deutschland sei verantwortlich für den 2. Weltkrieg. Und der krieg der Alliierten sei gerecht gewesen. Beides stimmt so einfach nicht. Der krieg war vor allem das ergebnis eskalierender konflikte um einfluß und vorherrschaft unter den großmächten in Europa, in die sich die USA eingemischt haben, um die lage auszunutzen und ihre herrschaft auszudehnen. Die Alliierten waren nicht ‚gut‘ und ‚gerecht‘, sondern einfach siegreich. Die Engländer, Franzosen, US-Amerikaner, Japaner sind nicht mehr oder weniger massen- und völkermörder als die Deutschen. Wie sollte so eine skala auch definiert werden?

Die deutsche geschichte wurde gewaltsam unterbrochen und unter fremdbestimmung der siegermächte neu konzipiert. Die Deutschen hatten nach dem verlorenen krieg kaum eine wahl. Die überwindung der not und der wiederaufbau hatten absolute priorität. Die besatzer teilten Deutschland und führten in ihren jeweiligen zonen die demokratie und den sozialismus ein. Die BRD und DDR wurden damit zu frontstaaten im Kalten Krieg. Zentrale außen- und wirtschaftspolitische entscheidungen Deutschlands wurden nicht von den Deutschen bestimmt. Bis heute hat Deutschland nicht einmal eine verfassung, nur ein unter besatzung eingeführtes Grundgesetz.

Die USA führten in der BRD erneut die parlamentarische demokratie ein. Die deutschen untertanen wurden einfach zu mündigen bürgern erklärt, die aber nicht weniger untertänig waren. Es wurde die freiheit der rede proklamiert, aber weitreichende redeverbote und taboos installiert. Und das angebot der USA, die BRD unter bestimmten bedingungen wieder als wirtschaftliche und finanzielle großmacht zu entwickeln, war mehr als verlockend.

Den Deutschen wurde ein teil ihrer geschichte geraubt, die nun nicht mehr sein durfte. Ihnen wurde statt dessen die geschichte der sieger diktiert, die weder den tatsachen, noch ihren erfahrungen entsprach. Vieles durfte man nicht mehr öffentlich aussprechen. Das große schweigen begann.

Deutsche kultur und kunst, deutsche brauchtümer, deutsche völkerschaften, deutsche volkslieder, letztlich wurde alles deutsche in dieser perspektive suspekt. Kulturell sind wir heute weitgehend amerikanisiert und gedanklich eingesperrt von gedankenverboten und dogmatischen ‚wahrheiten‘.

Die Deutschen haben eine art kolonisierung erlitten, allerdings ohne den rassismus, welcher die kolonisierung der völker des südens prägt. Es mag wie eine freiwillige assimilierung erscheinen, aber es ist durch die leere aufgezwungen, welche durch den verlust der eigenen geschichte und nationalen identität entstanden ist. Die sich verbreitende leere wurde mit US-amerikanischen importen gefüllt, die jedoch nicht wirklich passen.

Wie können wir uns mit einer geschichte abfinden, die nicht unsere ist? Wenn wir nicht die nachkommen unserer vorväter sein wollen, wer sind wir dann? Wir wollen nicht Hitler sein, und doch ist Hitler ein teil von uns. Das ist sehr unangenehm und wird durch bekundungen der eigenen historischen schuld und betonung antifaschistischer gesinnung verdrängt.

Der wille zur gewalt, speziell der wille zur anwendung militärischer aggression zur durchsetzung politischer und wirtschaftlicher interessen, ist der entscheidende grund für kriege. Internationale abkommen und verträge werden abgeschlossen und bald schon gebrochen, aber je nach interessen auch unter drohungen die einhaltung der verträge durch andere eingefordert. Die europäischen herrscher lügen und betrügen, intrigieren und manipulieren seit jahrhunderten, miteinander und gegeneinander.

Die rassenforschung (eugenik, sozialdarwinismus und genetik) war keine deutsche wissenschaft, sondern im trend ihrer zeit. Die europäischen kolonisierer sahen die kolonisierten immer schon als minderwertig, und reklamierten ihr recht zur herrschaft als höhergestellte wesen. Schon im Alten Testament ist dieser gedanke vom auserwählten volk und dem versprochenen land zu finden. Vernichtungslager, todesmärsche zur zwangsarbeit, erzwungene ‚umsiedlungen‘ und aufgezwungene hungersnöte, verbrannte städte und dörfer, menschenversuche und organisierter massenmord sind nichts speziell deutsches.

Hitler war nicht wirklich grundsätzlich anders. Aimé Césaire sieht das besondere an Hitler und dem ‚Hitlerismus‘ in der anwendung von konzepten und methoden der europäischen kolonisierung gegen ‚Weiße‘. Hitler und die Nationalsozialisten sind in dem sinne keine abweichung oder verirrung vom europäischen ‚aufgeklärten‘ humanismus, sondern stehen voll in dessen tradition. Hitler zeigte uns, wer wir sind. Um dieses bild unserer selbst zu verdrängen, und um fundamentale fragen über unsere gesellschaft zu vermeiden, wird Hitler dämonisiert und als mehr oder weniger irrsinnig dargestellt.

Das ist bequem, denn weitere fragen können so unter den teppich gekehrt, und die deutsche staatsräson gedanklich und geistig durchgesetzt werden. Das wir Deutschen immer wieder die vergangenheit herbeirufen dient nicht zuletzt dem weitermachen. Deutschland ist mittlerweile wieder voll dabei auf demselben kurs wie immer. Die geschichte wird zur rechtfertigung heutiger verbrechen genutzt.

So wie damals ist es nicht und kann es niemals mehr sein.

Heute ist es nicht anders

Seit anfang der 1970er jahre wurde die massenvernichtung von menschen eskaliert. Die hervorragenden mittel sind hunger, seuchen, und kriege. Als gedankliche rechtfertigung dienen vor allem neo-Malthusianische überbevölkerungskonzepte, die sich überall breit gemacht haben, oft im ökologischen gewand.

Nach dem ende des ‚Kalten Krieges‘ begann die ’neue weltordnung‘ mit der aggression gegen den Irak anfang 1990. Die zerstörung der infrastruktur und der industriellen kapazitäten, kombiniert mit blockade, embargo und sanktionen, tötete hunderttausende menschen im Irak. Dem einmarsch und der besetzung des Irak nach 2003 fielen weitere hunderttausende zum opfer. Weitere millionen menschen starben seither an den folgen der weltweiten kriege und besatzungen, die direkt oder indirekt von den Europäern angetrieben wurden.

Nach den angriffen auf die Twin Towers und das Pentagon am 11. September 2001 wurde der ‚Krieg gegen den Terror‘ ausgerufen. Propagandistisch ist es ein ‚krieg‘ gegen den Islam im allgemeinen, und gegen islamische ideologien im speziellen. Politisch-militärisch ist es ein weltweiter krieg zur durchsetzung der globalen ordnung.

Muslime werden auch in Deutschland seither kollektiv beschuldigt und sonderbehandelt. Sie werden wegen ihres glaubens und ihrer überzeugungen bespitzelt und verfolgt. Die polizei durchsucht hunderte von objekten aufgrund vager vermutungen. Menschen werden aus politischen gründen verurteilt und eingesperrt. Gedankenverfolgung wird offen propagiert. Kein protest regt sich in der bevölkerung.

Wir sind heute vermutlich nicht weniger hörig und unterwürfig, als die menschen zur zeit der nazionalsozialistischen herrschaft. Wir sind nicht weniger anfällig für die propagandistische dämonisierung anderer, und für rechtfertigungen von gewalt gegen sie. Wir sind auch nicht weniger ignorant gegenüber den zahlreichen opfern unserer gewalt, schauen nicht weniger weg, und wollen auch nicht mehr wissen. Wir sind nicht wirklich anders, als die menschen damals.

Schreibe einen Kommentar